Österreichisches Bundesheer

Der Haflinger beim Österreichischen Bundesheer

InspektionDer Haflinger war die Konsequenz anregender Gespräche anlässlich einer Vorführung von Motorrädern für das Österreichische Bundesheer. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wehrtechnik, der Abteilung Maschinenwesen, wurde der LKW Puch 700AP in allen verschiedenen Variationen, offen, geschlossen, als Waffenträger sowie als Träger für den Feldkochherd M 58 H entwickelt und getestet. Die letzte Spezial- entwicklung war schliesslich der Funk-Haflinger.
Schahbesuch

Am 8. Juni 1958 konnte man in der «Südost-Tagespost» von einer ho-
hen Inspektion bei Manövern in der Obersteiermark lesen.
Der damalige Verteidigungsminister Graf und die übrige Prominenz wurden selbstver-
ständlich mit einem der acht Haflinger-Prototypen zu den Truppen geführt.Queen-Besuch




Aus den sechziger Jahren gibt es auch Bilddokumente, die den kleinen Haflinger auch im Einsatz als «Staatskarrosse» anlässlich von Staats-empfängen - wie dem Schah von Persien oder dem US Verteidi-
gungsminister Thomas S. Gates - zeigen.

Auch ihre Majestät, die Königin von England wurde anlässlich ihres Österreich-Besuchs mit einem Bundesheer-Haflinger geführt.

Die Heeresausführung war mit zwei Klappsitzen hinten, einer Trenn-
wand zum Fahrerabteil, mit kurzen Bordwänden und insgesamt vier Türen ausgerüstet. Das Rohrrahmengestell war mit einem Planenstoff überzogen.
gl LKWZur Ausstattung gehörten das grosse Verdeck mit schräger Rückwand, Tarnscheinwerfer, zwei Gewehrhalterungen für je 2 Sturmgewehre 58, eine Winkerkelle, ein Verbandskasten mit Halterung, ein Kartenlicht und ein Spaten. Eine Besonderheit waren die von Semperit speziell für das Fahrzeug konstruierten Reifen. Die Konzeption mit einer hohen durch-
laufenden Querrippe war genial.Anhaenger








Um die Transportkapazität zu erweitern wurde ein Einachsanhänger entwickelt und erprobt, letztendlich aber nicht eingeführt.

Die genauen Bezeichnungen beim ÖBH lauteten:

Geländegängiger Lastkraftwagen,
B, (Puch Haflinger 700 AP), kurz gl LKW
Geländegängiger Fernmeldekraftwagen, B, (Funk-Haflinger 700 AP), kurz gl FMKWFunkhaflinger

Der Puch Haflinger 700 AP/2, wie der geländegängige Fernmelde-
kraftwagen (FMKW), B, hiess, hatte bei der Truppe nur die Kurzbe- zeichnung Funk-Haflinger.
Für diesen Einsatz wurde neben der normalen 42 Ah-Batterie eine zusätzliche Batterie mit 105 Ah eingebaut. Die Stromversorgung er-
folgte über eine vom Nebenantrieb betriebene Uher-Lichtmaschine. Diese Ausführung hatte neben der Funkausrüstung nur noch Platz für drei Mann Besatzung und die Nutzlast war auf 340 kg herabgesetzt.

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